Themen & Schwerpunkte

Sucht

Suchterkrankungen sind chronische Erkrankungen, bei denen Betroffene den Konsum von Substanzen oder bestimmte Verhaltensweisen nicht mehr kontrollieren können, was zu körperlichen, psychischen und sozialen Folgen führt. Sie basieren auf einer Fehlsteuerung des Gehirn-Belohnungssystems, die zu einem starken Verlangen und Entzugserscheinungen führt, wenn der Stoff oder das Verhalten fehlt.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Suchterkrankungen: stoffgebundene Süchte (Substanzsüchte), bei denen Abhängigkeit von Substanzen entsteht und stoffungebundene Süchte (Verhaltenssüchte), bei denen eine zwanghafte Beziehung zu bestimmten Verhaltensweisen  besteht.

Beispiele für stoffgebundene Süchte sind:

  • Alkoholsucht
  • Nikotinsucht (Tabak)
  • Medikamentensucht (z.B. Schmerzmittel, Beruhigungsmittel)
  • Drogensucht (z.B. Cannabis, Kokain, Opiate wie Heroin)

Beispiele für stoffungebundene Süchte sind:

  • Glücksspielsucht
  • Internetsucht (z.B. Computerspiele, Social Media)
  • Kaufsucht
  • Sexsucht
  • Sportsucht

Essstörungen

Essstörungen sind weit mehr als Probleme mit dem Essen. Sie haben seelisch bedingte (psychische) Hintergründe, wirken sich körperlich (somatisch) aus und sind in vielen Dingen einer Sucht sehr ähnlich. Daher werden sie als psychosomatische Erkrankungen mit Suchtcharakter bezeichnet.

Essstörungen können Lösungsversuche für tieferliegende Probleme, Ausweg, Flucht oder Ersatz für verdrängte Gefühle und Bedürfnisse sein, ebenso ein stummer Protest oder Ablehnung. Sie signalisieren Verweigerung und stehen zugleich auch für Resignation oder Anpassung.

Im Wesentlichen werden drei Hauptformen unterschieden:

  • Anorexie (Magersucht)
  • Bulimie (Ess-Brech-Sucht)
  • Binge-Eating-Störung (regelmäßig auftretende Essanfälle ohne gewichtsregulierende Maßnahmen)

Borderline

Eine Borderline-Störung ist eine psychische Erkrankung, die sich durch starke und instabile Stimmungsschwankungen, Schwierigkeiten in Beziehungen, ein instabiles Selbstbild und impulsives Verhalten auszeichnet. Betroffene leiden oft unter intensiven Gefühlen von innerer Leere, Angst vor dem Verlassenwerden und hoher Anspannung, die sie manchmal durch selbstschädigende oder riskante Verhaltensweisen zu bewältigen versuchen.

Hauptmerkmale einer Borderline-Störung:

  • Instabile Beziehungen:
    Beziehungen sind oft sehr intensiv, aber auch konflikthaft und wechseln schnell zwischen Idealisierung und Abwertung der Bezugspersonen.
  • Stimmungsschwankungen:
    Intensive, kurzfristige Gefühlsschwankungen sind häufig und können durch äußere Stressfaktoren ausgelöst werden.
  • Instabiles Selbstbild:
    Die Identität und das Selbstwertgefühl sind häufig unsicher und können stark schwanken.
  • Impulsivität:
    Es besteht die Neigung zu impulsiven Handlungen, wie z.B. unkontrolliertem Geldausgeben, Substanzmissbrauch oder anderen riskanten Verhaltensweisen.
  • Angst vor dem Verlassenwerden:
    Eine tiefe Angst, verlassen zu werden, führt oft zu verzweifelten Versuchen, Beziehungen aufrechtzuerhalten.
  • Innere Leere:
    Viele Betroffene empfinden eine anhaltende, quälende Leere.
  • Selbstschädigung:
    Zur Reduzierung unerträglicher Anspannung können Selbstverletzungen (z.B. mit Rasierklingen) oder selbstschädigende Handlungen auftreten.

Was ist der Ursprung der Störung?
Die Borderline-Störung entsteht wahrscheinlich durch ein Zusammenspiel von genetischer Veranlagung und frühen traumatischen Erfahrungen oder Belastungen in der Kindheit, wie Missbrauch oder emotionale Vernachlässigung.

Wie wird sie behandelt?
Die Behandlung konzentriert sich hauptsächlich auf die Psychotherapie, um Betroffenen zu helfen, die Symptome zu bewältigen, ihre Gefühle besser zu steuern und gesündere Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Lebenskrisen

Lebenskrisen können durch äußere Schicksalsschläge wie Trauerfälle, Krankheit oder Trennungen, durch innere Bedürfnisse wie der Verlust von Kontrolle oder Selbstwert, oder durch die Veränderungen der Lebenssituation entstehen, etwa bei Arbeitsplatzverlust, finanzielle Schwierigkeiten oder Migration. Eine Krise tritt auf, wenn Belastungen zu groß werden und grundlegende Bedürfnisse wie Bindung, Sicherheit oder Selbstwert bedroht sind.

Äußere Auslöser:

  • Verlust und Trennung
    Tod eines Angehörigen, Trennung vom Partner, aber auch der Verlust des Arbeitsplatzes oder der Wohnung.
  • Krankheit
    Eine eigene schwere oder chronische Erkrankung oder die Pflege eines kranken Familienmitglieds.
  • Konflikte
    Auseinandersetzungen in der Familie, Partnerschaft, im Beruf oder Mobbing.
  • Finanzielle Schwierigkeiten
    Arbeitslosigkeit oder andere finanzielle Probleme, die zu Unsicherheit führen.
  • Migration
    Die Notwendigkeit, sich an eine neue Kultur anzupassen, kann eine Krise auslösen.

Innere Ursachen:

  • Verletzung von Grundbedürfnissen
    Wenn die Bedürfnisse nach Orientierung, Kontrolle, Bindung, Lustgewinn und Selbstwert nicht mehr erfüllt sind.
  • Langfristige Überforderung
    Alltägliche Herausforderungen, die über lange Zeit andauern, können zu einer Krise führen.
  • Identitätsfragen
    Insbesondere in vulnerablen Lebensphasen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre kann die Frage nach der eigenen Identität eine Krise auslösen.

Entwicklung einer Krise:
Manche Krisen treffen unerwartet und plötzlich.
Andere Krisen entwickeln sich über einen längeren Zeitraum, oft durch eine Anhäufung von Belastungen.

Risiko der Überforderung:
Eine Krise entsteht, wenn die aktuelle Lebenssituation als unlösbar empfunden wird und die eigenen Bewältigungsfähigkeiten übersteigen.

Lebensveränderungen

Lebensveränderungskrisen entstehen durch bedeutende Ereignisse oder Lebensphasen, die eine Anpassung an neue Umstände erfordern, wie etwa die Geburt eines Kindes, der Verlust des Arbeitsplatzes, eine Trennung, der Umzug oder der Eintritt ins Rentenalter. Auch Entwicklungsphasen wie die Pubertät oder die Midlife-Crisis können Krisen auslösen, wenn die bisherigen Bewältigungsstrategien nicht mehr ausreichen.

Ursachen für Lebensveränderungskrisen:

  • Entwicklungsbedingte Veränderungen
    Lebensabschnitte wie die Pubertät, das Verlassen des Elternhauses, die Familiengründung, die Midlife-Crisis oder der Ruhestand.
  • Verlust von Beziehungen
    Der Tod einer nahestehenden Person, eine Trennung oder Scheidung.
  • Berufliche Veränderungen
    Arbeitsplatzverlust, Überforderung am Arbeitsplatz, Jobwechsel.
  • Familiäre oder partnerschaftliche Konflikte
    Belastungen und Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen.
  • Umweltveränderungen
    Ein Wohnortwechsel oder die Flucht aus der vertrauten Umgebung.
  • Plötzliche Traumata oder Ereignisse
    Obwohl sie manchmal auch zu einer akuten Krise führen, können schwere Unfälle oder Gewalt ein Auslöser für eine Lebensveränderungskrise sein, wenn sie die Anpassungsfähigkeit überfordern.

Was passiert in einer Krise?
Ein Gefühl der emotionalen Erschütterung und des Kontrollverlusts.
Die bisherigen Lösungsstrategien reichen nicht mehr aus, um die neue Situation zu bewältigen.
Es entstehen Gefühle wie Angst, Ohnmacht, Trauer und Überforderung.

Beziehungskonflikte

Beziehungskonflikte entstehen aus verschiedenen Gründen, wie unterschiedliche Ziele, Werte, Bedürfnisse oder Kommunikationsprobleme und können je nach Art und Schwere zu offenen Auseinandersetzungen oder subtilem Rückzug führen. Typische Formen sind Zielkonflikte, Beurteilungskonflikte (Meinungsverschiedenheiten über etwas), Verteilungskonflikte (Kampf um Ressourcen) und persönliche Konflikte (basierend auf Antipathie), die sich in destruktiven Kommunikationsmustern wie Kritik, Rechtfertigung, Verachtung und Mauern äußern können.

Häufige Ursachen für Beziehungskonflikte:

  • Unterschiedliche Ziele und Werte
    Konflikte können entstehen, wenn Partner grundverschiedene Vorstellungen vom Leben haben, z.B. bezüglich Kinderwunsch, Karriere oder Lebensweise.
  • Kommunikationsprobleme
    Missverständnisse, mangelnde Wertschätzung oder das Gefühl, nicht verstanden zu werden, sind häufige Auslöser für Streit.
  • Persönliche Unterschiede
    Unterschiedliche Charaktereigenschaften oder unvereinbare Gewohnheiten können zu Reibungen führen.
  • Mangel an Anerkennung
    Wenn sich jemand nicht wertgeschätzt oder anerkannt fühlt, kann das zu Spannungen und Konflikten führen

Typische Arten von Beziehungskonflikten:

  • Zielkonflikte
    Verschiedene Vorstellungen über das Erreichen eines gemeinsamen Ziels, z.B. wie ein Umzug ablaufen soll.
  • Beurteilungskonflikte
    Uneinigkeit darüber, wie etwas eingeschätzt oder bewertet wird, zum Beispiel bei der Bewertung einer Arbeitsweise.
  • Verteilungskonflikte
    Streitigkeiten um knappe Ressourcen, sei es Geld, Zeit oder Aufgaben.
  • Persönliche Konflikte
    Konflikte, die durch reine Antipathie, persönliche Abneigung oder das Gefühl, nicht mit der anderen Person „auf einer Wellenlänge“ zu sein, entstehen.

Destruktive Verhaltensweisen in Konflikten:

  • Unsachliche Kritik
    Pauschale Vorwürfe statt konkreter Aussagen ("Du räumst nie auf!").
  • Rechtfertigung
    Verteidigungshaltung, die zu einer Eskalation führt.
  • Verachtung
    Abfällige Bemerkungen, Sarkasmus oder Demütigungen, die den Partner herabwürdigen.
  • Mauern
    Rückzug, Ignorieren oder das Verlassen des Raumes, was eine konstruktive Lösung verhindert.

Das Erkennen und Benennen von Konfliktarten ist ein wichtiger erster Schritt, um eine Lösung zu finden und negative Folgen zu vermeiden.

Depressionen

Eine Depression ist eine psychische Störung, die sich durch eine anhaltende, tiefe Traurigkeit, Interessenverlust, Freudlosigkeit und einen starken Antriebsmangel auszeichnet. Sie ist mehr als nur ein vorübergehendes Stimmungstief und beeinträchtigt die Funktionsfähigkeit im Alltag, da Betroffene oft keine Freude mehr an Aktivitäten haben, die ihnen früher wichtig waren. Hauptursachen können eine genetische Veranlagung, belastende Ereignisse oder Veränderungen im Gehirnstoffwechsel sein.

Wie erkennt man Depression?

Die Symptome einer Depression können sehr unterschiedlich sein, aber die häufigsten sind:

  • Gedrückte Stimmung
    Eine tiefe Traurigkeit oder ein Gefühl von Leere, das sich nicht bessert.
  • Verlust von Interesse und Freudlosigkeit
    Dinge, die früher Freude bereitet haben, verlieren ihre Bedeutung.
  • Antriebslosigkeit und Müdigkeit
    Betroffene sind schnell erschöpft und haben Schwierigkeiten, sich zu Aktivitäten aufzuraffen.
  • Geringes Selbstwertgefühl und Schuldgefühle
    Ein Gefühl der Wertlosigkeit und übermäßige Selbstkritik.
  • Konzentrations- und Schlafstörungen
    Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, sowie Schlaf- und Appetitprobleme.
  • Pessimistische Zukunftsperspektiven
    Ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit und negative Gedanken über die Zukunft.

Was kann Depression auslösen?

Es gibt nicht die eine Ursache für eine Depression, sondern eine Kombination aus verschiedenen Faktoren kann dazu beitragen.

  • Genetische Veranlagung
    Eine familiäre Vorbelastung kann das Risiko erhöhen.
  • Psychisch belastende Ereignisse
    Traurige Ereignisse, Stress oder Verlust können eine Rolle spielen.
  • Veränderungen im Gehirn
    Ungleichgewichte bei Botenstoffen wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin sowie eine veränderte Aktivität im Gehirn können eine Depression mitverursachen.

Was hilft bei einer Depression?

Depression ist eine behandelbare Krankheit bei der eine professionelle Hilfe durch Ärzte oder Psychotherapeuten notwendig ist, um aus diesem tiefen emotionalen Tief herauszukommen.

Persönlichkeitsstörungen

Persönlichkeitsstörungen sind dauerhafte Muster im Denken, Fühlen und Verhalten, die stark von dem abweichen, was als "normal" gilt und zu Leid für die Betroffenen oder deren Umfeld führen. Sie beginnen oft schon in jungen Jahren und betreffen verschiedene Lebensbereiche, wie Beziehungen, Arbeit und das eigene Selbstbild. Ein Leidensdruck entsteht, wenn diese Muster zu ernsthaften Problemen im Alltag oder in sozialen Interaktionen führen und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Es gibt drei Gruppen von Persönlichkeitsstörungen, die sich in ihrem Verhalten zeigen:

  • Gruppe A (sonderbar, exzentrisch)
  • Gruppe B (dramatisch, emotional, unberechenbar)
  • Gruppe C (ängstlich, furchtsam).

Was sind die Kernmerkmale?

  • Dauerhafte Verhaltensmuster
    Es handelt sich nicht um vorübergehende Probleme, sondern um tief verwurzelte und über lange Zeit bestehende Verhaltensweisen.
  • Abweichung von Normen
    Die Art und Weise, wie eine Person denkt, fühlt oder handelt, unterscheidet sich deutlich von den Erwartungen der Gesellschaft und Kultur.
  • Leidensdruck
    Die Betroffenen selbst oder ihr soziales Umfeld leiden unter dem Verhalten, was zu Schwierigkeiten in Beziehungen, im Beruf oder anderen Lebensbereichen führt.
  • Starres Verhalten
    Die Verhaltensweisen sind sehr starr und passen sich kaum an neue Situationen an.

Welche Lebensbereiche können betroffen sein?

Die Persönlichkeitsstörung wirkt sich auf mehrere Funktionsbereiche aus, wie zum Beispiel:

  • Beziehungen Schwierigkeiten, stabile und erfüllende Beziehungen aufzubauen.
  • Selbstwahrnehmung Probleme mit dem eigenen Selbstbild oder dem Selbstwertgefühl.
  • Gefühle Übermäßige oder instabile Emotionen.
  • Gedanken Unangemessene Wahrnehmung der Realität oder Denkmuster.

Panikattacken

Angst ist ein Gefühl der Besorgnis vor einer Gefahr, während eine Panikattacke eine plötzliche, intensive Angst mit körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Atemnot und Schwindel ist, die durch eine überzogene Körperreaktion ausgelöst wird. Panikattacken können spontan oder als Reaktion auf bestimmte Situationen auftreten, sind meist harmlos, aber sehr beängstigend, und können bei wiederholtem Auftreten zu einer Panikstörung führen, die eine Behandlung erfordert.

(gesunde) Angst

  • Definition
    Angst ist ein normales Gefühl, das uns vor Gefahren warnt und uns schützt.
  • Auslöser
    Kann vor realen Gefahren oder vor Situationen entstehen, die nicht bedrohlich sind, wie z. B. ein Vortrag.
  • Verlauf
    Das Gefühl verschwindet meist, wenn die Situation vorbei ist.

Panikattacke

  • Definition:
    Eine plötzliche und sehr intensive Angstreaktion, die sich durch starke körperliche und seelische Symptome äußert.
  • Körperliche Symptome
    Herzklopfen, Herzrasen oder Brustschmerzen
    Atemnot oder das Gefühl zu ersticken
    Schwindel, Schwanken oder das Gefühl ohnmächtig zu werden
    Zittern, Schwitzen oder Hitzewallungen
    Taubheitsgefühle oder Kribbeln
    Übelkeit
  • Seelische Symptome
    Angst zu sterben oder verrückt zu werden
    Angst die Kontrolle zu verlieren
    Gefühle der Entfremdung von der Umgebung
  • Auslöser
    Eine Panikattacke ist eine fehlgeleitete Alarmreaktion des Körpers, bei der der Körper auf eine vermeintliche, aber nicht existierende Bedrohung mit einer Kampf- oder Fluchtreaktion reagiert. Dies wird durch die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin verursacht.
  • Dauer
    Eine Panikattacke erreicht meist nach einigen Minuten ihren Höhepunkt und klingt dann wieder ab, oft innerhalb von 30 Minuten.
  • Panikstörung
    Treten Panikattacken wiederholt auf und führen zu ständiger Sorge vor der nächsten Attacke, kann eine Panikstörung vorliegen, die eine Behandlung erfordert.

Burn-out (Überforderung)

Das Überforderungssyndrom, bekannt als Burn-out, ist ein Zustand tiefer körperlicher, emotionaler und mentaler Erschöpfung, der durch chronischen Stress und anhaltende Überlastung entsteht, oft ausgelöst durch den Beruf und/oder das Privatleben. Hauptsymptome sind Dauermüdigkeit, Antriebslosigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen und eine zunehmende Reizbarkeit oder emotionale Abstumpfung. Das Syndrom entwickelt sich meist schleichend und ist eine ernsthafte Reaktion des Körpers auf Dauerbelastung, die auch zu körperlichen Beschwerden wie Kopf-, Rücken- oder Magenproblemen führen kann.

Was ist das Überforderungssyndrom?

  • Auslöser
    Lang anhaltender Stress und Überarbeitung im Beruf und/oder Privatleben, oft verbunden mit mangelnder Wertschätzung oder zu hohen Erwartungen.
  • Zustand
    Eine tiefe, anhaltende Erschöpfung, bei der man sich "ausgebrannt" fühlt.

Typische Anzeichen und Symptome

  • Erschöpfung
    Gefühl ständiger Müdigkeit, Energielosigkeit und  kaum Erholungsphasen (auch nicht an Wochenenden oder im Urlaub).
  • Leistungsminderung
    Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme, Fehler bei vertrauten Aufgaben, Entscheidungen fallen schwer.
  • Emotionale Veränderungen
    Verstärkte Reizbarkeit, Gefühl von Hoffnungslosigkeit oder innerer Leere, Gleichgültigkeit gegenüber der Arbeit.
    Körperliche
  • Beschwerden
    Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verspannungen, Verdauungsprobleme oder eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte.
  • Sozialer Rückzug
    Weniger Energie für Freunde und Familie, Vernachlässigung von Hobbys und Interessen.

Wie es entsteht?

Ein Burn-out entwickelt sich nicht über Nacht, sondern in Phasen. Oft beginnt es mit hoher Arbeitsmoral und viel Engagement, gefolgt von erster Erschöpfung und Unruhe. Im weiteren Verlauf treten dann Konzentrationsstörungen, Niedergeschlagenheit und eine völlige Antriebslosigkeit auf.

Ängste

Angststörungen sind psychische Störungen, bei denen Menschen intensive, lang anhaltende und oft nicht nachvollziehbare Ängste erleben, die das alltägliche Leben stark einschränken. Anstatt auf eine reale Gefahr reagieren, entsteht die Angst oft ohne ersichtlichen Grund und führt zu körperlichen Symptomen wie Herzrasen oder Zittern. Vermeidung von Situationen, die Angst auslösen, verstärkt den Teufelskreis, und die Angst wird zum täglichen Begleiter, der das Leben kontrolliert.

Was sind die Kernmerkmale einer Angststörung?

  • Übersteigerte Angst
    Das Angstgefühl ist viel stärker als für die Situation üblich oder angemessen.
  • Lang anhaltend und wiederkehrend
    Die Angst ist nicht nur ein kurzzeitiges Gefühl, sondern wiederholt sich und wird zum Dauerzustand.
  • Beeinträchtigung im Alltag
    Die Angst schränkt die psychische und soziale Funktionsfähigkeit und die Lebensqualität stark ein.
  • Häufig ohne reale Gefahr
    Die Angst bezieht sich oft auf Situationen oder Dinge, die für andere Menschen harmlos sind.

Wie entstehen Angststörungen?

Eine Angststörung entwickelt sich meistens als ein Teufelskreis:

Auslöser: Eine Situation oder ein Gedanke löst Angst aus.
Körperliche und seelische Reaktion: Der Körper reagiert mit körperlichen Symptomen (Herzrasen, Atemnot) und starken Gefühlen der Furcht.
Vermeidung: Um die Angst zu vermeiden, gehen Betroffene der auslösenden Situation aus dem Weg.
Verstärkung der Angst: Durch die Vermeidung kann keine positive Erfahrung gemacht werden, die die Angst als unbegründet entkräften würde. Die Angst wächst und wird stärker.

Welche Formen von Angststörungen gibt es?

  • Spezifische Phobien
    Spezifische Ängste vor bestimmten Dingen oder Situationen, z.B. vor Spinnen oder Höhen.
  • Soziale Phobie
    Angst vor sozialen Situationen, beispielsweise vor öffentlichen Reden.
  • Panikstörung
    Wiederkehrende Panikattacken mit plötzlicher, intensiver Furcht und körperlichen Symptomen wie Brustschmerz oder Schwindel.
  • Generalisierte Angststörung
    Eine übermäßige Sorge um viele verschiedene Lebensbereiche, oft verbunden mit Nervosität und Anspannung.

Zwänge

Eine Zwangsstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der eine Person immer wieder aufdringliche Gedanken (Zwangsgedanken) hat, die Angst oder Unbehagen auslösen, und/oder wiederholte Handlungen oder Rituale (Zwangshandlungen) ausführt, um diese Ängste zu reduzieren oder ein unwahrscheinliches Ereignis abzuwenden. Betroffene wissen oft, dass ihre Gedanken oder Handlungen unsinnig sind, können sie aber nicht kontrollieren, was zu erheblichem Leid und Beeinträchtigungen im Alltag führt.

Was sind Zwangsgedanken?

  • Zwangsgedanken sind sich wiederholende, unerwünschte Gedanken, Bilder oder Triebe, die intensive Angst, Ekel oder Unbehagen auslösen.
  • Beispiele sind die Angst vor Krankheitserregern, die ständige Sorge, etwas Wichtiges vergessen zu haben (z. B. den Herd ausgeschaltet zu haben) oder Gedanken an Aggression.
  • Betroffene versuchen, diese Gedanken zu unterdrücken, aber das gelingt meist nicht oder führt zu einer Zunahme der Gedanken.

Was sind Zwangshandlungen?

  • Zwangshandlungen sind wiederholende Verhaltensweisen oder mentale Handlungen, zu denen sich die Betroffenen gezwungen fühlen.
  • Sie dienen dazu, die Angst oder Anspannung zu verringern, die durch Zwangsgedanken ausgelöst wird, oder ein bedrohliches Ereignis zu verhindern.
  • Häufige Beispiele sind übermäßiges Händewaschen (Waschzwang), wiederholtes Kontrollieren (Kontrollzwang), Zählen oder das Ausführen von Handlungen in einer bestimmten Reihenfolge.

Wie wirken sich Zwangsstörungen aus?

  • Betroffene wissen oft um die Sinnlosigkeit ihrer Zwänge, können sich dem Zwang aber nicht entziehen.
  • Die Symptome sind sehr belastend und können den Alltag, die Arbeit und soziale Beziehungen erheblich beeinträchtigen.
  • Oft schämen sich Betroffene und verheimlichen ihre Erkrankung jahrelang.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Reaktion auf ein extrem belastendes Ereignis wie einen Unfall, Gewalterfahrung oder eine Naturkatastrophe. Charakteristisch sind wiederkehrende Erinnerungen (Flashbacks, Albträume), die Vermeidung von Situationen, die an das Trauma erinnern, eine emotionale Taubheit und ein Zustand der Übererregung mit erhöhter Schreckhaftigkeit. Die Symptome beeinträchtigen das tägliche Leben stark und erfordern Unterstützung, z.B. durch Psychotherapie, um das Erlebte zu verarbeiten.

Was ist ein Trauma?
Ein Trauma ist eine schreckliche, lebensbedrohliche Situation oder eine Gewalterfahrung, die das Leben oder die Sicherheit eines Menschen bedroht und das Gehirn mit Stresshormonen überflutet. Sowohl Opfer als auch Zeugen können betroffen sein.

Wie äußert sich eine PTBS?

Die Symptome lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen:

  • Wiedererleben
    Unkontrollierbare Gedanken, Bilder (Flashbacks) oder Albträume, die das Gefühl erwecken, das Ereignis nochmals zu erleben.
  • Vermeidung
    Das Vermeiden von Orten, Gesprächen oder Situationen, die an das Trauma erinnern könnten, um eine emotionale Überforderung zu verhindern.
  • Emotionale Taubheit
    Eine Abstumpfung gegenüber Gefühlen und Empfindungen oder auch anderen Menschen, die oft aus einer schützenden Funktion heraus entsteht.
  • Übererregung
    Ein Zustand ständiger Alarmbereitschaft, der sich in Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, innerer Unruhe, Reizbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten zeigt.